Vorsicht vor digitalen Stromzählern: Messwerte teils viel zu hoch

Rund 6 Millionen digitale Stromzähler sind bereits in deutschen Haushalten verbaut – viele weitere sollen in den nächsten Jahren folgen. Denn mit minutengenauen Messwerten sollen die sogenannten Smart Meter zu einem intelligenten Stromnetz und niedrigeren Kosten beitragen. Doch jetzt wird bekannt: Die Geräte messen falsch – teilweise zeigen sie mehr als 500 Prozent zu viel an.

Rund 6 Millionen digitale Stromzähler sind bereits in deutschen Haushalten verbaut – viele weitere sollen in den nächsten Jahren folgen. Denn mit minutengenauen Messwerten sollen die sogenannten Smart Meter zu einem intelligenten Stromnetz und niedrigeren Kosten beitragen. Doch jetzt wird bekannt: Die Geräte messen falsch – teilweise zeigen sie mehr als 500 Prozent zu viel an.

Twente/Düsseldorf. Mehr als die Hälfte der digitalen Stromzähler liefert falsche Werte, die weit über dem tatsächlichen Stromverbrauch liegen. Bis zu 582 Prozent des wirklich verbrauchten Stroms weisen die Geräte aus und erzeugen damit für die betroffenen Haushalte entsprechend überhöhte Stromrechnungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der niederländischen Universität Twente.

In der Studie hatte der Professor Frank Leferink neun handelsübliche digitale Stromzähler auf ihre Messgenauigkeit hin untersucht. Darunter waren auch Modelle, die in Deutschland im Einsatz sind. Die Industrie preist die digitalen Zähler als „intelligente Stromzähler“, die beim Energiesparen helfen sollen. Doch ganz so intelligent sind die Geräte laut den Ergebnissen des Forschers nicht: Ausgerechnet die zunehmende Zahl von stromsparenden Geräten in den Haushalten sei die Ursache für die erheblichen Messfehler.

„Intelligente Stromzähler“ scheinbar doch nicht intelligent genug

Die Stromaufnahme moderner, stromsparender Geräte folgt nicht mehr dem klassischen Wellenmuster. Vielmehr wechselt ihre Stromaufnahme abrupt. Die getesteten Zähler seien auf dieses Verhalten elektrischer Verbraucher jedoch nicht richtig eingerichtet. Daraus ergeben sich die  fehlerhaften Messungen, heißt es in der Studie. Verbraucherschützer in den Niederlanden fordern bereits Konsequenzen: Die digitalen Stromzähler müssten flächendeckend überprüft und nötigenfalls ersetzt werden.

In Deutschland könnten Millionen von Verbrauchern betroffen sein – immerhin sind bereits rund 6 Millionen digitale Stromzähler im Einsatz. Bei der Bundesnetzagentur sind die Details der niederländischen Studie noch nicht bekannt, wie der Spiegel schreibt. Demnach will man bei der Bundesnetzagentur jetzt die Ergebnisse der Studie prüfen und dann gegebenenfalls handeln. Die Einführung der sogenannten Smart Meter gilt schon lange als das Pannenprojekt im Rahmen der Energiewende. Probleme unter anderem beim Datenschutz hatten zu jahrelangen Verzögerungen geführt. Mehr zur Problematik der digitalen Stromzähler lesen Sie hier.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland verfasst.

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